...kann man kaum glauben, dass in dieser grünen
Stadt an der Ruhr einst die Wiege des Kohlenpotts stand: Die Sage erzählt, dass
ein Schweinehirt im Muttental eines Tages verwundert war über die glühenden
Steine seines Lagerfeuers. Er hatte damit die Steinkohle entdeckt, deren
wirtschaftliche Bedeutung Witten Mitte des 19. Jh. zum Zentrum des Ruhrbergbaus
machte.
Die Bildungslandschaft Wittens wird zweifellos
geprägt von der Universität Witten/Herdecke, einer Institution, die aufgrund
einer gemeinschaftlichen Initiative aus Wissenschaft und Wirtschaft entstanden
ist. Nur einen Katzensprung entfernt befindet sich Haus Witten, ein
burgähnliches Gebäude aus dem 15. Jh. Seine wechselvolle Geschichte - ehemals
mittelalterlicher Herrensitz, später Stahlfabrik, Wohngebäude und lange Zeit
Ruine - fand einen vorläufigen Abschluss 1996, als es nach aufwändigen
Restaurierungsarbeiten als Kulturstätte wiedereröffnet wurde. Seine
preisgekrönte Stahl-Glas-Architektur ist heute die Kulisse von Musik-, Theater-
und Kleinkunstdarbietungen und beherbergt neben der Volkshochschule, der
Musikschule und dem Filmclub Witten auch eine eigene Gastronomie. Tagungsräume
und der einzigartige, gläserne Kammermusiksaal vervollständigen das
Nutzungspotenzial von Haus Witten.
Ein besonderes Highlight sind die jährlich stattfindenden
Veranstaltungen des Wittener Kultursommers, eine Mischung aus Kleinkunst, Jazz-,
Rock- und Popkonzerten. Zum Kulturforum gehört auch das Märkische Museum. Nach
über 100jähriger Sammeltätigkeit gründet es sein Profil auf eine mehr als 4000
Werke umfassende Sammlung deutscher Malerei und Grafik des 20. Jh., vom
Expressionismus bis zur Gegenwart. Wittens geografische Randlage zum Ruhrgebiet
wird in der Landschaft deutlich spürbar. 60 % Grünanteil kennzeichnen den
Übergang zum Bergischen Land und zum Sauerland - Grün, das nicht erst weit
draußen wartet, sondern direkt in die Stadt kommt.
Auf einer steilen Felsnase hoch über der Ruhr liegt der
Hohenstein, klassisches Ausflugsziel der Wittener seit Jahrzehnten. Ein Muss:
der Blick vom Bergdenkmal über das Ruhrtal mit seinen kleinen Inseln. Kinder
zieht es zu den Hirsch- und Wildschweingehegen, in den Streichelzoo, zum
Lehrbienenstand oder auf den Spielplatz mit seinen Matschbecken. Zahllose
Waldwege unter alten Bäumen laden ein, den Spaziergang zur Wanderung
auszudehnen. Auch die Ruhr selbst hat sich schon lange vom trüben Industriefluss
zum Wassersportparadies gewandelt. Ruderer, Kanuten und Angler haben hier ihr
Revier direkt vor der Haustür. Da, wo sich der Fluss ein Stück weiter zum
Kemnader See staut, finden Spaziergänger, Radler und Skater gut ausgebaute
Rundwege. Segeln, Surfen, Tennis, ein Spaßbad mit allem Drum und Dran
komplettieren die Angebotspalette. Wem´s zuviel ist, genießt die idyllische
Uferlandschaft per Schiffstour oder lässt an einem stillen Fleckchen einfach die
Seele baumeln. Ganz in der Nähe schlägt Haus Herbede die Brücke von der
Geschichte zur Gegenwart. Dieses alte Herrenhaus aus dem 13. Jh. wurde wieder
aufgebaut und bietet heute Tagungen, Ausstellungen, Konzerten und gehobener
Gastronomie einen stilvollen Rahmen.